Allgemeiner Bauplan (Anleitung) für ein Flightcase

Schritt 1: Bevor Sie anfangen
Schritt 2: Holzkiste
Schritt 3: Schließprofile
Schritt 4: Kantenschutzprofile, L-Ecken und Kugelecken
Schritt 5: Butterfly-Verschlüsse, Scharniere und Griffe
Schritt 6: Rollen
Schritt 7: Innenverarbeitung

Stufenplan - Schritt 1: Bevor Sie anfangen

Sie haben also beschlossen, Ihr eigenes, maßgearbeitetes Flightcase zu bauen. Aber welche Teile und Werkzeuge brauchen Sie dafür, und wie packen Sie es an? Unten finden Sie einen Stufenplan, der Ihnen dabei helfen kann.

Achtung, es ist nur ein Beispiel für eine bestimmte Kiste. Es ist auch nicht so, dass dies das einzig richtige Verfahren für den Bau einer Kiste ist. Es gibt 1001 andere Möglichkeiten, wie Sie vorgehen können. Ich werde also nicht behaupten, dass dies die einzige oder beste Art und Weise ist. Außerdem können Sie bestimmte Dinge auch in einer anderen Reihenfolge ausführen. Manchmal hängt es von der Situation ab, wie Sie am besten zu Werk gehen. Aber das folgende Beispiel soll Ihnen eine gute Idee geben, wie Sie vorgehen können, wenn Sie noch nie ein Flightcase zusammengebaut haben.

Aber OK, Sie haben ein klares Bild von der Kiste, die Sie bauen wollen. Angenommen, das Flightcase ist für einen Lautsprecher bestimmt, der 40 cm x 50 cm x 65,5 cm misst und 40 kg wiegt. Das Ergebnis, das Sie erhalten wollen, können Sie nebenstehend schon sehen.

 

 

 

Sie können nun in ein Heimwerkergeschäft in Ihrer Nähe rennen, um alles Nötige zu kaufen: Holz, Scharniere, Schlösser, Rollen usw. Aber wenn Sie glauben, dass Sie als Heimwerker im Heimwerkergeschäft an der Ecke das ganze Material finden, um ein echtes Flightcase zu bauen, der werden Sie mit leeren Händen zurückkommen.

Denn Sie werden schnell merken, dass Sie mit den Flightcase-Teilen, die Sie hier im Webshop von flightcase-brico.com finden, ein professionelles Flightcase bauen können, während Sie mit den Bauteilen aus dem Standard-Heimwerkergeschäft höchstens eine zusammengeschusterte “Kiste” bauen können.

Aber Sie haben beschlossen, sich nur mit “the real stuff” zufriedenzugeben und wollen also ein echtes Flightcase zu bauen, das allen Gefahren “on the road” gewachsen ist. Dann müssen Sie aber noch einige Auswahlen treffen.

Wahl des Holzes

Erstens werden Sie mit echtem Flightcase-Holz (mit einer harten, schwarzen Schutzschicht) arbeiten oder sind Sie mit normalem Holz zufrieden, das Sie selbst schwarz anmalen oder spritzen? Letzteres wird in den meisten Fällen wahrscheinlich etwas billiger sein (aber abhängig von der gewählten Farbsorte), aber das echte Flightcase-Holz ist doch eindeutig besser beständig gegen Kratzer und Stöße. Außerdem ist es auch die einzige Option, wenn Sie Wert auf ein professionell aussehendes Flightcase legen.

Aber die Wahl liegt natürlich ganz bei Ihnen. Ich habe schon sehr schöne Flightcases gesehen, die sogar lackiert waren (ich weiß, ich rede ein wenig gegen mein eigenes Interesse). Aber wenn Ihr Flightcase wirklich regelmäßig “on the road” ist, werden Sie sich vielleicht doch für das echte Flightcase-Holz entscheiden, denn das geht viele Jahre mit.

Wenn Sie normales Holz wählen, finden Sie es im normalen Heimwerkergeschäft. Sie nehmen zum Beispiel eine 10 mm dicke Sperrholzplatte. In einigen Geschäften finden Sie keine 10 mm dicke Platte sondern nur 9 mm, 12 mm oder 15 mm dicke Platten. Welche Dicke Sie wählen, richtet sich nach Ihrer Anwendung, aber meistens genügt eine Dicke von 10 mm. Achtung: Derzeit liefert flightcase-brico.com 10 mm oder 13 mm dicke Schließprofile. Wenn das Holz 9 mm oder 12 mm dick ist, lässt sich dies noch lösen (Sie können dann entlang der Innenseite unter Ihr Schließprofil noch etwas darunter stecken, beispielsweise einen dünnen Karton).

Für mein Projekt wähle ich echtes Flightcase-Holz. Für meinen 40 kg schweren Lautsprecher sollten 10 mm sicher genügen.

Kantenschutzprofile- oder ‚Casemaker‘ Kantenschutzprofile

Ferner müssen Sie zwischen Kantenschutzprofilen oder ‚Casemaker‘ Kantenschutzprofilen wählen. Bei dem Verfahren mit Kantenschutzprofilen bauen Sie erst eine Holzkiste, die Sie anschließend verstärken, indem Sie über den Rändern Kantenschutzprofile aus Aluminium anbringen. Bei ‚Casemaker‘ Kantenschutzprofilen stecken Sie das Holz in die Profile. Die verschiedenen Holzstücke werden nicht direkt aneinandergesetzt sondern nur indirekt über das Schutzprofil, das eigentlich als Kopplungsstück zwischen den verschiedenen Holzplatten dient.

Zubehör – Werkzeug

Die meisten Dinge, die Sie brauchen, gehören zur Standardwerkzeugausrüstung, die der durchschnittliche Heimwerker zur Verfügung hat, entweder sein eigenes, oder er kann es sich bei Angehörigen, Freunden oder Nachbarn ausleihen.

- Holzsäge
- Holzkleber
- Hammer
- Schmirgelpapier
- Feile
- Eisensäge
- Gehrungslade oder Gehrungssäge
- Aluminium-Holzbohrer
- Bohrmaschine
- Laubsäge
- Hebelwerkzeug (Handnietzange)

Zubehör – Flightcase-Bauteile

Dies hängt natürlich in erster Linie von der beabsichtigten Anwendung ab. In meinem Fall brauche ich:

- Flightcase-Holz
- Nägel (2 cm lang)
- Schließprofil
- Winkelprofil
- 8 große L-Ecken
- 4 Kugelecken groß
- 4 Kugelecken groß, stapelbar
- 4 Butterfly-Verschluss, groß, gefedert
- “heavy duty” Griffe, groß
- dicke Sperrholzplatte für Rollenplatte
- 4 Rollen
- 4 Stapel-Einbauschale für Flightcase-Rolle, tief
- Hartschaum, 1,5 cm dick
- (viele) lange und kurze Nieten

 

Stufenplan - Schritt 2: Holzkiste

Am einfachsten – finde ich – ist Arbeiten nach der Dosenmethode. Dabei bauen wir erst eine (geschlossene) Holzdose. Diese sägen wir dann in zwei (am besten mit einer Laubsäge), sodass wir zwei Teile haben (die übrigens perfekt aufeinander passen): den Kasten des Flightcase und den Deckel des Flightcase.

Wie kann ich konkret vorgehen? Erst nehmen Sie die Maße des Objekts, das Sie im Flightcase transportieren wollen. Bei mir sind das 40 cm x 50 cm x 65,5 cm. Aber ich will auch noch zum Schutz eine 1,5 cm dicke Schicht aus Hartschaum an allen Seiten sowie generell einen halben Zentimeter Spiel. Die Innenseite meiner Holzkiste muss also 44 cm x 54 cm x 69,5 cm groß sein. Da ich mit dem Flightcase-Holz aus dem Sortiment von flightcase-brico.com (1 cm dick) arbeite, müssen die Außenmaße also 46 cm x 56 cm x 71,5 cm betragen. Im Prinzip kann ich mich mit dieser einfachen Berechnung sofort ans Werk machen, aber sollte besser auch das Schließprofil berücksichtigen. Das Schließprofil kommt nämlich noch zwischen das Holz des Deckels und des Kastens. Dies beansprucht ungefähr 1 cm. Ich will also vermeiden, dass ich nach dem Aufsägen der “Dose” nochmals 1 cm “von dazwischen” sägen muss. Deshalb ziehe ich besser jetzt schon diesen Zentimeter ab. Die (äußeren) Maße meiner Dose müssen also 46 cm x 55 cm x 71,5 cm sein.

Ich werde jetzt zuerst meine 6 Stücke Holz sägen, die ich brauche:

- 2 Stücke von 71,5 cm x 53 cm
- 2 Stücke von 53 cm x 44 cm
- 2 Stücke von 71,5 cm x 46 cm
(Ein weiterer Vorteil, wenn man 1 cm dickes Holz verwendet, besteht darin, dass es sich damit leicht rechnen lässt!)

 

Je nach dem Werkzeug, mit dem Sie sägen, können manchmal winzige Stücke “Laminat” entlang der Sägelinie wegplatzen. Das ist nicht weiter schlimm, denn diese Stellen werden später doch durch die Winkel- und Schließprofile bedeckt. Sie müssten sich schon sehr ungeschickt anstellen, um größeren Schaden anzurichten, der über die Profile hinaus sichtbar wäre.

 

Ich beginne, indem ich die ersten vier “aufrechten” Stücke Holz mit Holzkleber (oder Bastelklebstoff) und kleinen Nägeln aneinander befestige. Manche verwenden dafür lieber Schrauben, aber das ist nicht so zweckdienlich, weil das Holz nur 10 mm dick ist. Einen guter Klebstoff ist für mich am wichtigsten. Ansonsten genügen beispielsweise kleine 20 mm lange Nägel. Alternativ (falls Sie über einen Kompressor verfügen) können Sie auch Nieten einschießen. Sorgen Sie auf jeden Fall dafür, dass die Holzteile überall gut anschließen, und versuchen Sie, nicht schief zu nageln.

Zuletzt müssen Sie auch noch die Ober- und Unterseite kleben und nageln. Das Ganze muss nämlich perfekt rechtwinklig zueinander sein.

 

Jetzt haben Sie eine Dose in den Maßen 46 cm x 55 cm x 71,5 cm. Am besten warten Sie nun, bis der Klebstoff trocken ist. Danach können Sie den Kubus in zwei Teile sägen.

  Dazu verwenden Sie am besten eine elektrische Laubsäge. Weil meine Laubsäge nicht mehr ganz neu ist, beklebe ich zur Sicherheit die Stützfläche der Laubsäge mit einer Lage Karton. So bin ich sicher, dass ich das nagelneue Flightcase-Holz nicht beschädige.

Ich muss aber aufpassen, wo ich die Dose entzwei säge, denn am kleinsten Teil meines Flightcase muss ich noch genug Platz haben, um das Winkelprofil und den Teil des Butterfly-Verschlusses anzubringen. Und am besten ohne dass sich diese zwei überlappen. Weil ein Schreinerbleistift auf der etwas rauen Oberfläche nicht so gut schreibt, markiere ich die Sägelinie mit Malerklebeband. Dieses erhalten Sie im Heimwerkergeschäft. Es hat den Vorteil, dass es sich ohne Klebereste leicht entfernen lässt.

 

Bevor ich mit Sägen beginnen kann, bohre ich erst mit einem Holzbohrer ein Loch auf die Linie, wo ich sägen werden. So kann ich dort mit der Laubsäge anfangen zu sägen. Es spielt kaum eine Rolle, wo Sie das Loch machen. Es wird später doch vom Schließprofil verdeckt.

 

 

Voila, der Holzteil ist fertig. Damit ist der erste Schritt getan.  

 

 

Stufenplan - Schritt 3: Schließprofile

Die Aluminium-Schließprofile kommen über die Ränder der zwei Holzteile. Sie bilden eigentlich die Grenze zwischen Deckel und Untergestell des Flightcase. Hier haben Sie die Wahl, ob Sie mit den klassischen male und female Profilen (male Profile auf das Untergestellt und female auf den Deckel, oder umgekehrt) oder mit umkehrbaren Schließprofilen arbeiten. Im Webshop von flightcase-brico.com finden Sie beide. Ich selbst arbeite lieber mit der umkehrbaren Version, weil diese etwas einfacher funktioniert und weil weniger Abfall anfällt. Dies wird sofort klar werden.

 

 

  Ich beginne damit, eine schräge Kante von 45° an mein Schließprofil zu sägen. Dazu benutze ich eine manuelle Eisensäge in Kombination mit einer hölzernen Gehrungslade. Mithilfe von Klemmen können Sie das Aluminiumprofil zum Sägen gut befestigen. Noch besser ist es natürlich, wenn Sie über eine manuelle oder elektrische Gehrungssäge verfügen. (Habe ich auch, aber speziell für diesen Stufenplan habe ich doch manuell gearbeitet.)

 

Dann legen Sie das Schließprofil mit der abgeschrägten Kante in Ihre Holzkiste, mit der abgeschrägten Kante ganz in die Ecke gedrückt. Dann markieren Sie mit Bleistift oder Stift die Stelle, wo Sie in der anderen Ecke sägen müssen, und auch dies sägen Sie in der Gehrungslade (natürlich den Winkel andersherum sägen).  

Dann legen Sie den Rest Ihres Profils in den anderen Holzteil (ja, die schräge Ecke, die Sie am Rest Ihres Schließprofils haben, ist bereits in der richtigen Richtung – das ist gerade der Vorteil, mit umkehrbaren Profilen zu arbeiten), denn dieses muss auf Ihr erstes Schließprofil passen. Auch kurz markieren, wo Sie sägen müssen, und so haben Sie auch das zweite Schließprofil. Kontrollieren Sie eben, ob diese perfekt aneinander anschließen. Dann messen Sie das dritte Schließprofil ab (wieder auf dem Holzteil, mit dem Sie begonnen haben). Der Anfangswinkel passt schon wieder gut. Und so weiter. Sie setzen jeweils ein Stück Schließprofil auf die eine Hälfte und dann auf die andere Hälfte Ihres Flightcase. Ein umkehrbares Schließprofil hat den Vorteil, dass so der Winkel immer in der richtigen Richtung ist, um weiterzumachen.  

Ganz wichtig beim Machen der Schließprofile ist, dass diese in den Ecken gut aneinander anschließen. Sie müssen also ganz exakt abmessen und sägen.

Wenn alle acht Schließprofilteile gesägt und platziert sind, ist Schritt 2 fertig. Sie müssen die Schließprofile noch nicht befestigen. Das tun wir nachher, wenn wir die L-Ecken in Schritt 3 anbringen.

Auf dem ersten Foto unten sehen Sie, dass die 8 Schließprofile fertig sind. Auf dem zweiten sehen Sie schon, wie die Schließprofile gleich mithilfe der L-Ecken befestigt werden. Achten Sie darauf, dass wir keine Nieten in der Mitte der Schließprofile anbringen, außer auf den L-Ecken (und eventuell an der Stelle eines Butterfly-Verschlusses oder Scharniers oder Deckelfeststellers).

 

Stufenplan - Schritt 4: Kantenschutzprofile, L-Ecken und Kugelecken

Das Sägen der Kantenschutzprofile ist einfacher. Aber sägen müssen Sie, denn Sie brauchen insgesamt 16 Stück: 4 für de unteren Ränder des Flightcase, 4 für die oberen Ränder und dann noch 4 für die offenen Ränder des unteren Teils und 4 für die oberen Ränder des oberen Teils des Flightcase.

  Sie müssen die Kantenschutzprofile nicht auf Gehrung sägen. Einfach gerade absägen. Sie müssen die Kantenschutzprofile auch nicht bis ganz in die Ecken durchlaufen lassen. Pro Ecke können 3 cm abgezogen werden, wenn Sie mit Flightcase-Kantenschutzprofilen von 30 mm x 30 mm von flightcase-brico.com arbeiten. Denn die Kugelecken, die gleich darüber gesetzt werden, werden diese vollständig bedecken. Die aufrechten Kantenschutzprofile können bis kurz gegen das Verschließprofil durchgehen. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Schließprofil vollständig über dem Rand sitzen bleibt und Sie es nicht versehentlich mit dem Kantenschutzprofil verschieben. Eventuell können Sie leicht mit einem weichen Gummihammer auf die Verschließprofile klopfen.

Die Kantenschutzprofile werden wir gleich befestigen. Vorher müssen Sie noch prüfen, ob es notwendig ist, die Ränder der Holzkiste mit Schmirgelpapier oder einer Feile ein wenig abzuschrägen, sodass das Kantenschutzprofil sauber über den Rand anschließt. Wir werden die Kantenschutzprofile mit Nieten befestigen. Wie viel Nieten Sie pro Rand verwenden bestimmen Sie selbst, aber als Faustregel gilt, zwischen aufeinanderfolgenden Nieten nicht mehr als 15 cm Platz zu lassen. Am besten kurz abmessen und mit Bleistift für jedes Kantenschutzprofil markieren. An der Stelle, wo die Kugelecken hinkommen, müssen Sie keine Nieten anbringen Auch nicht dort, wo die L-Ecke hinkommt.

Jetzt bohren Sie erst mit einem Alubohrer die Löcher vor (die Bohrer im Webshop von flightcase-brico.com sind dafür ideal). Sie bohren durch das Aluminium und direkt auch ganz durch das Holz. Die Kantenschutzprofile haben meistens drei Rillen an beiden Seiten entlang. Meistens werden die Nieten in der dritten Rille angebracht (die Rille, die am weitesten von der Kante der Kiste entfernt ist).

  Die Nieten (auch Blind- oder Hohlnieten genannt) bringen Sie mit einer manuellen Nietenzange oder mit einer automatischen, mit Luftdruck arbeitenden Nietenpistole (Kompressor benötigt) an. Ersteres ist natürlich die billigste Lösung aber für einen Heimwerker, der nicht am laufenden Band Flightcases baut ohne weiteres zu schaffen. Unterschätzen Sie aber nicht den Kraftaufwand, der bei einer manuellen Zange und sicher bei den billigeren Modellen nötig ist. Billigere Zangen bekommen Sie mitunter im Heimwerkergeschäft, aber diese halten oft nicht sehr lange. Ein etwas teureres Modell empfiehlt sich auf jeden Fall, wenn Sie vorhaben, mehrere Kisten zu bauen. Bei flightcase-brico.com ist ein Modell von professioneller Qualität erhältlich.

 

Zum Befestigen der Kantenschutzprofile verwenden wir Nieten mit 4 mm Durchmesser und 12,5 mm Länge. Die Bohrer sind übrigens perfekt für diesen Durchmesser geeignet. Sie dürfen ruhig alle 16 Kantenschutzprofile befestigen, aber passen Sie auf, dass Sie die Schließprofile nicht verschieben, denn diese sitzen noch nicht fest.  

Um die Schließprofile zu befestigen, verwenden wir große L-Ecken. Diese kommen über den Schließprofilen und ein wenig über den offenen Kantenschutzprofilen zu liegen. Weil der Innenwinkel einer L-Ecke ein wenig rund ist, runden Sie am besten die Ecken der Schließprofile mit Schmirgelpapier etwas ab, sodass die L-Ecke gut anschließen kann. Die Löcher der L-Ecke, die über das Kantenschutzprofil fallen, müssen Sie ganz durch bohren, und Sie können wieder Hohlnieten von 12,5 mm Länge verwenden. Für die Löcher der L-Ecke, die über das Schließprofil fallen, bohren Sie durch die Außenseite des Alu-Schließprofils und durch das Holz, aber nicht durch die Innenseite des Schließprofils. So bleibt Ihr Schließprofil an der Innenseite unversehrt. Dafür verwenden Sie dann die kurzen Nieten (9,5 mm lang).

Als Faustregel gilt übrigens: Sie verwenden immer lange Hohlnieten (12,5 mm), außer für die Befestigung im Schließprofil, dann verwenden Sie kurze (9,5 mm).

Welche und wie viel Nieten brauchen Sie für Ihr Flightcase?

Bleiben nur noch die Kugelecken. Weil ich zwei gleiche Flightcases bauen will, finde ich es praktisch, dass ich diese aufeinandersetzen kann. Also verwende ich auf der einen Seite vier stapelbare Ecken. Selbst habe ich die Gewohnheit, mit einer Hand die Kugelecke festzuhalten und darauf zu achten, dass diese gut an die Kantenschutzprofile anschließt und ansonsten gleichmäßig verteilt ist. Die Beine der Kugelecke werden das Holz meistens nicht berühren, aber sorgen Sie jetzt vor allem dafür, dass sie die Kugelecke mit einer Hand gut festhalten, sodass der Abstand zwischen den drei Beinen und dem Holz für alle Beine ungefähr gleich ist.  

 

  Dann bohren Sie mit der anderen Hand die sechs Löcher, aber passen Sie auf, dass sich die Kugelecke beim Bohren nicht verschiebt. Dann noch mit Nieten befestigen, und schon sind wir wieder einen ganzen Schritt weiter. Sie werden merken, dass die Nieten die Beine der Kugelecke gegen das Holz ziehen. Links sehen Sie das vorläufige Ergebnis. Sieht langsam verdächtig wie ein echtes Flightcase aus, nicht wahr?

 

Stufenplan - Schritt 5: Butterfly-Verschlüsse, Scharniere und Griffe

Für ein echtes Flightcase benutzen wir keine Aufbauschlösser sondern echte Butterfly-Einbauschlösser. Sie können zwischen der mittleren und großen Ausführung wählen. Ich entscheide mich hier für die große Variante. Außerdem können Sie zwischen Butterfly-Verschlüssen mit oder ohne Feder wählen. Die Feder sorgt dafür, dass das Schloss in einem Winkel von 30 Grad aufgedrückt wird. Die Ausführung mit Feder verwenden Sie am besten, wenn der Butterfly-Verschluss umgekehrt verwendet wird, wie es bei meinem Case der Fall sein wird. Weil mein Deckel vier Butterfly-Verschlüsse haben wird, ist es tatsächlich praktischer, die Variante mit Feder zu nehmen, weil es sonst schwierig ist, den Deckel daraufzusetzen, da die Verschlüsse dann immer dazwischen sitzen.  

Erst abmessen, dann sägen Sie ein Stück in der richtigen Breite aus dem Schließprofil. Weil Sie mit Bleistift nur schwerlich eine Linie auf das Flightcase-Holz ziehen können, benutze ich Malerklebeband (lässt sich leicht entfernen), um die Maße auf dem Holz zu markieren. Nachdem Sie das Stück Schließprofil herausgesägt haben, müssen Sie den Rest des Loches, das für den Butterfly-Verschluss nötig ist, mit einer Laubsäge heraussägen. Erst eben ein Loch vorbohren, damit die Säge durchpasst, und dann einfach sägen.

Das Loch ist gemacht, und nun können Sie abmessen, ob das Stück des Butterfly-Verschlusses gut hineinpasst. Eventuell mit Schmirgelpapier das Schließprofil ein wenig abrunden und eventuell auch die Ränder des Loches im Holz mit einer Feile etwas abrunden. Sorgen Sie dafür, dass der Butterfly-Verschluss nicht perfekt gleich mit dem Rand des Schließprofils liegt sondern ungefähr einen halben Millimeter darunter. Bohren Sie erst die zwei Löcher in das Schließprofil. Bohren Sie wieder nicht ganz durch. Machen Sie diese mit kurzen Hohlnieten fest. Dann machen Sie die restlichen Löcher. Diese können Sie schon ganz durch das Holz bohren. Dafür dürfen Sie dann die langen Hohlnieten verwenden.

Dann verfahren Sie genauso mit dem anderen Stück des Butterfly-Verschlusses auf der anderen Hälfte Ihres Flightcase. Wenn Sie beide Hälften eines Butterfly-Verschlusses gemacht haben, können Sie die zwei Hälften Ihres Flightcase schon einmal aufeinandersetzen und testen. Dann drehen Sie den Deckel Ihres Flightcase um und bringen nun noch eine Hälfte (= dritte Hälfte = erste Hälfte des zweiten Butterfly-Verschlusses) eines Butterfly-Verschlusses an und sorgen dafür, dass dieser auf die erste Hälfte des ersten Butterfly-Verschlusses passt. Durch Drehen des Deckels sorgen Sie nämlich dafür, dass der Deckel auf zwei Weisen passt. Denn es kann recht ärgerlich sein, wenn ein Deckel nur in eine Richtung passt. Dies trifft natürlich nur zu, wenn Sie mit einem vollständig abnehmbaren Deckel arbeiten. Bauen Sie einen nicht abnehmbaren Deckel mit einem Scharnier, dann stellt sich dieses Problem nicht. Auf dem nebenstehenden Foto sehen Sie die Koste mit den Butterfly-Verschlüssen.

 

Wenn Sie ein Flightcase mit einem oder mehreren Scharnieren und Deckelfeststellern bauen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um auch diese anzubringen. Das Prinzip ist wieder dasselbe. Zum Befestigen im Schließprofil nicht ganz durchbohren und kurze Hohlnieten verwenden. Ansonsten ganz durchbohren und lange Hohlnieten verwenden.

In diesem Stadium kann es manchmal praktisch sein, ein Mittel zu haben, um die zwei Hälften der Kiste gut zusammenzudrücken. Dafür können Sie eventuell zwei Spannriemen benutzen.

Nun noch die Griffe. Gut abmessen lautet auch hier die Parole. Malerklebeband ist wieder sehr praktisch, weil es sich mit Bleistift auf der etwas unebenen Oberfläche des Flightcase-Holzes nicht gut schreiben lässt. Schnell ein Loch für die Laubsäge vorbohren. Wenn der Alu-Holzbohrer mit 4,2 mm Durchmesser noch auf Ihrer Bohrmaschine steckt, benutzen Sie einfach diesen. Wenn ein Loch nicht ausreicht, dann bohren Sie einfach noch eines daneben, damit die Laubsäge wirklich durchpasst. Ganz rund ein Loch mit den richtigen Maßen aussägen. Die Ecken dürfen natürlich ein wenig abgerundet sein. Nehmen Sie eventuell noch die Holzfeile zur Hand, um die Ränder ein wenig abzurunden, damit der Griff gut hineinpasst. Und dann mit Nieten befestigen.

 

 

Stufenplan - Schritt 6: Rollen

Dies wird ein ziemlich schweres Flightcase. Der Lautsprecher selbst wiegt 40 kg, und mit dem Flightcase dazu enden Sie mit gut 50 kg. Darum werde ich sicher Rollen darunter anbringen. Sie haben noch die Wahl zwischen Bockrollen und Schwenkrollen. Die Schwenkrollen gibt es in gebremster oder ungebremster Ausführung.

Schwenkrollen werden am meisten gewählt, ich selbst aber bevorzuge es, zwei Schwenkrollen mit zwei Bockrollen zu kombinieren, weil ich dieses Flightcase immer in den Lieferwagen kippen werde. Die Bockrollen bringe ich dann an der Seite an, die beim Kippen den Boden berühren wird. Mit Schwenkrollen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Rollen immer verkehrt herum hängen und dies immer einen Stoß verursacht, wenn man die Kiste wieder auf ihre Rollen setzen will. Aber das ist natürlich nur meine ganz persönliche Vorliebe.

OK, kommen wir nun zum eigentlichen Anbringen der Rollen. Meistens werden diese nicht direkt auf das Flightcase selbst montiert. Man verwendet Rollenplatten. Für diese Kiste habe ich eine 18 mm dicke Sperrholzplatte für die Rollenplatten verwendet. Ich habe zwei Stücke von 8,5 cm x 72 cm (= ungefähr die Länge des Flightcase mit Kantenschutzprofilen) ausgesägt. Diese habe ich vor dem Montieren noch schwarz lackiert, weil es doch schöner aussieht.  

Der Grund, weshalb man extra Rollenplatten verwendet statt die Rollen direkt auf die Unterseite des Flightcase zu montieren, ist natürlich die Stärke und die Tragkraft des Flightcase. Wir sorgen auf jeden Fall dafür, dass die Rollenplatten bis unter das Kantenschutzprofil durchlaufen. Dann noch für jede Rolle vier Löcher bohren und mit starken Schrauben und Muttern montieren. Noch professioneller ist es, wenn man Einschlagmuttern verwendet. Diese sorgen dafür, dass man an der Innenseite des Flightcase keinen Platz durch die Muttern verliert.

Conseils pour le placement de roulettes sous le flight-case

Oh ja, von dieser Kiste werde ich zwei identische Exemplare machen. Denn natürlich habe ich zwei Lautsprecher. Ich kann die Kosten natürlich beide kippen und sie dann mit den stapelbaren Kugelecken aufeinanderstellen. Aber ich will sie auch mit den Rollen aufeinanderstellen können. Dann kann ich sie auch noch einfach transportieren. Darum versehe ich die Oberseite auch noch mit vier Einbauschalen. Die Rollen mit Durchmesser 100 mm passen hier perfekt hinein, und ich kann also auch diese Cases so stapeln. Achtung: Eigentlich müssen Sie dies vorher schon beim Festlegen der Maß für das Flightcase berücksichtigen, denn so eine Einbauschale steht an der Innenseite doch gut 20 mm hervor.

Voila, Rollen und Einbauschalen sind angebracht. Und das ist das Ergebnis. Jetzt müssen wir uns noch um die Innenverkleidung kümmern. Das ist der nächste und letzte Schritt.

 

Stufenplan - Schritt 7: Innenverarbeitung

Wie Sie die Innenseite des Flightcase verarbeiten, hängt natürlich ganz vom Zweck der Kiste ab. Weil meine Kiste für einen schweren Lautsprecher bestimmt ist, werde ich den Hartschaumstoff aus dem Webshop von flightcase-brico.com verwenden. Verschiedene Stärken sind erhältlich, aber in diesem Fall entscheide ich mich für 1,5 cm dicken Schaumstoff. Ich werde die Innenseite des Flightcase nicht vollständig mit Schaumstoff bekleben sondern nur seine Ober- und Unterseite. Auf die senkrechten Seiten werde ich nur Schaumstoffstreifen kleben.

Darum beschließe ich, die senkrechten Teile an der Innenseite erst schwarz zu lackieren oder zu bemalen. Dazu werde ich aber erst die Schließprofile mit breitem Malerklebeband abdecken, wie auf dem nebenstehenden Foto zu sehen ist.

Nach dem Spritzen können Sie den Schaumstoff maßgerecht schneiden. Mit einem scharfen Brechmesser (Cutter-Messer) geht es ganz leicht. Es kann allerdings praktisch sein, eine Latte aus Holz oder Aluminium als "Lineal" zu benutzen, um ganz gerade zu schneiden. Zum Kleben verwenden Sie am besten einen schnell trocknenden Sprühklebstoff.

Nach dem Einkleben noch kurz testen, ob der Lautsprecher auch gut hineinpasst. Und hoffentlich sind Sie dann mit dem Endergebnis zufrieden. Herzlichen Glückwunsch! Sie sind nun der stolze Besitzer Ihres ersten, eigenhändig gebauten professionellen Flightcase.

 

Noch Fragen? Kontaktieren Sie uns!